Prüfung PSA

EN 15567, Erca-Standards und andere Sicherheitsstandards und -normen

Prüfung PSA

Beitragvon Binke » Mo Feb 16, 2009 9:09 pm

Hallo Zusammen,

folgende Frage ist bei uns aufgetaucht:

Ist es notwendig die PSA im HSG jährlich von einem Sachkundigen für PSA überprüfen zu lassen, oder reicht es, wenn wir als Trainer dies machen und dokumentieren? bzw. wie wird das bei euch gehandhabt?

LG
Sabine
Binke
 

Beitragvon Soeren » Do Mär 05, 2009 12:01 am

Hallo Sabine,
die Anforderungen an den Prüfer werden in der EN 15567-2 Anhang B4 spezifiziert! ( "Sachkunde der Prüfer" )
Gruß
Sören
Soeren
 

Beitragvon Stefan Betz » Mi Mär 11, 2009 9:10 am

Hallo,

weiss jmd. ob PSA von Schulen (Klettergurte usw...) auch in besonderem Maße überprüft werden müssen?
GRuß stefan
Stefan Betz
 

Beitragvon Max » Do Mär 12, 2009 4:39 pm

Soeren hat geschrieben:Hallo Sabine,
die Anforderungen an den Prüfer werden in der EN 15567-2 Anhang B4 spezifiziert! ( "Sachkunde der Prüfer" )
Gruß
Sören


Sehr informativ, danke ! :mrgreen:

Im Ernst, könnte jemand enthüllen was da drin steht ? Wäre interessant !
Ich nehme mal es wird die "normale" Sachkunde für PSA gegen Absturz vorausgesetzt, oder ?

@ Sabine: Kann mir nicht vorstellen dass es ausreicht wenn "nicht-sachkundige" Trainer die PSA kontrollieren, wäre irgendwie sinnfrei wenn das ausgerechnet in diese Bereich so wäre.

@ Stefan Benz: Soweit ich weiß muss jede PSA jährlich sachkundig geprüft werden, dem Hersteller sowie dem Material ist es ja egal wer es verwendet.

@ all: Wo kann man sich eigentlich in Ö in Sachkunde für PSA Prüfungen ausbilden lassen ?
Max
 

Sachkunde der Prüfer

Beitragvon Philipp » Fr Mär 13, 2009 11:57 am

Also hier ein Auszug aus der Norm...
EN 15567-2 B4 Sachkunde der Prüfer
Ein Prüfer ist eine Person, die vom Eigentümer/Betreiber der PSA bestimmt wurde, um routinemässige, zusätzliche und vollständige Prüfungen an der Ausrüstung nach den Anforderungen in diesem Dokument durchzuführen.
Prüfer müssen:
- dieses Dokument kennen
- wissen, wie die in diesem Dokument beschriebenen Prüfungen durchzuführen sind
- mit dem Gebrauch und der Bedienung der Ausrüstung, die sie prüfen müssen, vertraut sein
- die Prüfwerkzeuge bedienen können
Folgende Personen werden als fachkundig angesehen:
a) sie besitzen ein staatliches Zeugnis für Klettern [...]
b) sie haben einen Spezialkurs [...] absolviert
c) sie können nachweisen, dass sie mindestens 24 Monate Erfahrung als Prüfer haben
Philipp
 

Beitragvon Max » Mi Mär 18, 2009 3:31 pm

Danke Philipp !

Ich nehme alles zurück und bin ziemlich erstaunt !

Weder das einem ein "Spezialkurs" wirklich Sachkunde lehrt, noch das jemand ohne Kurs keine solche haben könnte (Praxis ist ja wohl das um und auf), aber dass die rechtliche Bestimmung so "locker" ist überrascht mich schon. :shock:

Wobei rechtliche Bestimmung wahrsch. nicht der richtige Begriff ist.
Und ich weiß ja auch nicht was für ein staatliches Zeugnis fürs Klettern anerkannt wird, bei Bergführern stellt sich sicher nicht die Frage ob sie Sachkundig sind.

Bleibt der dritte Punkt, und denn finde ich sowieso lustig weil Paradox:
"Wer's schon 2 Jahre lang macht, darf's machen" ?!

Was denkt den ihr über den Schrieb ?
Und was braucht's eurer Meinung nach in Wirklichkeit zur Sachkunde ?
Und wie handhabt ihr's denn nun bei euch "im Betrieb" ?
Max
 

Beitragvon Walter » Do Mär 19, 2009 12:10 pm

Ich sehe das Thema ziemlich entspannt.
Wenn die Ausrüstung gut gelagert ist (kein Kontakt mit chemischen Stoffen, vor allem Schwefelsäure), hält sie "ewig".
Gurte, Seile und Verbindungsschlingen, die so verbraucht sind, dass sie gefährlich werden, kann meine achtjährige Tochter identifizieren, so schlimm schauen die aus.
Bei den Karabinern ist es gleich - siehe hier im Forum
http://rcforum.netfreehost.com/viewtopi ... um=rcforum

Ich habe den Verdacht, es ist so wie mit den Bäumen (wo auch grundlos hoher Aufand betrieben wird): Weiß jemand von einem Unfall mit PSA?

Also: 1 Mal pro Jahr die Gurte anschauen, ob die Nähte ok sind, die Seile, Schlingen auf Verschleiß untersuchen, die Karabiner anschauen.
Eine Chekliste machen, wo die Inspektionsschritte nachvollzogen werden können.

Ein verantwortungsbewusster Ropes Course Trainer hat sowieso ein Auge für seine Ausrüstung. Wenn da die Fetzen weghängen, Fasern aus den Nähten heraushängen, wird er es sowieso sofort merken.

Nichtsdestotrotz: ich kenne einen (bekannten) Ropes Course, wo die Seile seit Jahren Tag und Nacht aufgebaut und genutzt sind. Sie sind bereits zur Hälfte durchgescheuert (nur mehr halbrundes Profil). Gegen so eine Ignoranz nützt keine Regelung dieser Welt.

Meine Interpretation: 2 Jahre Erfahrung hat jeder, der bereits 2 Jahre auf einem Ropes Course arbeitet, und sich hier um diese Materialbelange interessiert und die Ausrüstung inspiziert hat.
Ansonsten: es ist nicht geregelt, wie eine PSA-Schulung auszusehen hat. Man kann das auch im Selbststudium machen, es ist keine Prüfung vorgesehen.
Walter Siebert
Benutzeravatar
Walter
 
Beiträge: 398
Registriert: Fr Feb 08, 2008 3:05 pm
Wohnort: Wien

Beitragvon Max » Di Mär 24, 2009 8:15 pm

Hmm, nicht gerade viel Beteiligung für so ein wichtiges Thema (PSA !)...

@ Walter: Gabs da nicht in den letzten Jahren einen schweren Unfall durch einen Bandschlingenriß ?
> klick
Max
 

Beitragvon Walter » Di Mär 24, 2009 8:26 pm

Ja, gab es, siehe auch hier bei den safety alerts.
Es handelte sich aber dort nicht um PSA, sondern die Bandschlinge war Teil der Konstruktion. Es war auch keine vernähte Bandschlinge, wie sie bei PSA üblich ist.
Walter Siebert
Benutzeravatar
Walter
 
Beiträge: 398
Registriert: Fr Feb 08, 2008 3:05 pm
Wohnort: Wien

Beitragvon Max » Di Mär 24, 2009 8:40 pm

Weißt du was das Problem war ?
Max
 

Beitragvon Walter » Mi Mär 25, 2009 4:52 pm

Die Ursachen sind nicht völlig klar, aber es dürfte eine Kombination von reduzierenden Faktoren sein:

1. Nässe, die längere Zeit einwirkt schwächt Bandmaterial (das ist reversibel, wenns wieder trocknet, aber hier dürfte das Material nass gewesen sein).
2. Verwendung im Einzelstrang
3. Sackstich im Einzelstrang, auf die ungünstigste Art belastet.

Dies 3 Faktoren addieren sich, d.h. der Einzelstrang ist schwächer als eine Rundschlinge, die Nässe reduziert die Festigkeit weiter, der Sackstich noch einmal.

Genaues ist aber nicht bekannt.

Ist aber nicht relevant, weil so eine Verwendung sowieso nicht State of the Arts ist, außerdem sofort ein Safety Alert rausgegangen ist, bei der Verwendung von Perlonmaterial bei Aufhängungen redundant zu arbeiten.
Walter Siebert
Benutzeravatar
Walter
 
Beiträge: 398
Registriert: Fr Feb 08, 2008 3:05 pm
Wohnort: Wien


Zurück zu Sicherheitsstandards

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast