buddy system sinnvoll in abenteuerparks mit selbstsicherung

EN 15567, Erca-Standards und andere Sicherheitsstandards und -normen

buddy system sinnvoll in abenteuerparks mit selbstsicherung

Beitragvon hgumpold » Mi Jul 02, 2008 3:44 pm

Ich möchte eine Frage in den Raum stellen. Ist ein Begehen von Abenteuerparks mit Selbstsicherungsystem im Buddy System (Zweier Teams) sicherer als die Begehung alleine?
Oder hängt es von den TeilnehmerInnen ab (Alter, Größe,...)

Ich bitte um eure Meinung.
hgumpold
 

Buddy

Beitragvon Philipp » Di Sep 09, 2008 5:30 pm

Servus Harald,
ich habe dieses Problematik in der letzten Zeit immer wieder , insbesondere sehr viel durch Beobachtungen - verfolgt. Meiner Meinung nach kommt es auf die Einschulung der TeilnehmerInnen vor dem Parcours an. Diese muss dem Teilnehmer unmissverständlich vermitteln, wie er sich bei einem Umhängesystem mit allen möglichen Varianten (z.B. Aufstiegsicherung, Rollenverwendung etc.) selbts sichern muss. Dazu gehören zahlreiche Details, wie wird etwa verhindert, dass ein TN versehentlich zu einem Karabiner eines andern TN greft etc,). Das Buddy System hat ausschliesslich nur dann Sinn, wenn es wirklich ebenfalls unmissverständlich vermittelt wird, also etwa ein Wortwechsel wie bei einer Funkdisziplin TN1: "Karabiner 1 aus" - TN2: "Karabiner 1 aus" - TN1 "Karabiner 2 sicher" - TN2: " Karabiner 2 sicher" - TN1:"Karabiner 1 aus" usw. All das - also einerseits den Vorgang, andererseit die "Funkdisziplin" zu vermitteln stellt meiner Meinung nach eine Überforderung dar - diese hat zur Folge, dass sie erst recht nur schlampig angewand und damit eher zu einem Unsicherheitsfaktor wird. IM Abenteuerpark ist es daher nicht unbedingt sinnvoll - wichtiger ist, das der Trainer (die Trainerin) tatsächlich davon überzeugt ist, dass der (die) TN den Umhängevorgang vollständig verstnden hat - in Theorie und Praxis - und dies auch eine angemessene Zeit lan beobachtet.
Im Seminarbereich, also dann, wenn zwei Trainer zusammenarbeiten, halte ich jedoch sehr viel vom Vier-Augen-Prinzip, dies ist für mich ein Teil der Redundanz und - wenn diese "Funktdisziplin eingehalten wird - auch ein wichtiger Teil des Zero-Accident-Prinzips. Jedoch gelten im Seminarseilgarten -leider- andere Masstäbe als im Abenteuerseilpark - dort können lediglich bestens geschultes Personal in ausreichender Zahl und/oder technische Lösungen höchstmögliche Sicherheit der TN gewährleisten.
Philipp
 

Beitragvon Walter » Mi Sep 10, 2008 9:06 pm

Das Buddysystem hat sich nicht wirklich durchsetzen können. Die Teilnehmer wollen es nicht, weil es - bei jeder Umhängung notwendig - zu lästig ist.
Die Trainer von Hochseilgärten müßten es vehement einfordern, doch habe ich, ehrlich gesagt, noch keinen Abenteuer-Hochseilgarten erlebt, wo das Personal a) aufmerksam genug und b) durchsetzungskräftig genug wäre.
Es ist ja wirklich tragisch: wirklich wirkungsvolle Maßnahmen, die ursprünglich aus dem Ropes Course Bereich kamen (Vieraugenprinzip, redundante Systeme usw.), haben sich beim Sportklettern duchgesetzt, bei Ropes Courses sind sie so gut wie verschwunden.
Meiner Einschätzung nach ist das Buddysystem für Abenteuerparcours nicht geeignet, es wierspricht deren Fun-Charakter.
Was möglich wäre, wäre eine Veränderung der Einstellung der Betreuer, die zur Zeit diesem Fun-Charakter entspricht. Ich bin aber leider pessimistisch.
Hoffen wir, dass sich die technischen Systeme durchsetzen können. Allerdings wird das alleine nichts nützen, wie man am Unfall Campoarena, der trotz Schienensystem passiert ist, sieht.
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Sicherheit

Beitragvon roither » Mi Sep 24, 2008 6:07 pm

Habe hier eine interessanten Link gefunden :-)

http://www.faszinatour.de/konzeption-ba ... belay.html

Wer kennt das Schon ?
roither
 

Beitragvon treetec » Do Sep 25, 2008 1:51 pm

Walter hat geschrieben:Das Buddysystem hat sich nicht wirklich durchsetzen können. Die Teilnehmer wollen es nicht, weil es - bei jeder Umhängung notwendig - zu lästig ist.
Die Trainer von Hochseilgärten müßten es vehement einfordern, doch habe ich, ehrlich gesagt, noch keinen Abenteuer-Hochseilgarten erlebt, wo das Personal a) aufmerksam genug und b) durchsetzungskräftig genug wäre.


Ist ja interessant, ich kenne da einen HSG in meiner Nähe der genau dieses System verwirklicht hat. Und es funktioniert auch.
Habe bereits mehrere Freunde die auch dort waren, und ebenfalls andere HSG's kennen. Die Aussage war bei allen gleich.
Am Sichersten hatten Sie sich im HSG mit dem Buddysystem gefühlt.

Walter, Fun ist ja gut, aber den Spruch "safety first" find ich auch nicht schlecht.

Der Link von Herrn Roither ist auch nich schlecht, durchaus zu überlegen.

Es liegt warscheinlich auch daran wie straff das Unternehmen HSG geführt wird, und welches Personal man hat. Da fließen ja viele Faktoren mit ein. Ist aber nicht mein Fachgebiet, kann ich also nicht beurteilen. Bin nur ein Baumpfleger und ergo das ist eine Meinung von einem Aussenstehenden.
treetec
 

Re: Sicherheit

Beitragvon Walter » Fr Sep 26, 2008 1:34 am

roither hat geschrieben:Habe hier eine interessanten Link gefunden :-)

http://www.faszinatour.de/konzeption-ba ... belay.html

Wer kennt das Schon ?


Ich kenne dieses und zwei weitere Systeme:

http://actionpark.de/696ab82f282b4ebcbd ... sicherung/

sowie

http://www.outdoorconcept.at/ssb/funktion.htm

Diese beiden Systeme sind derzeit in der Entwicklungsphase. Es existieren Prototypen.
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