HSG Trainer arbeitet alleine oder zu zweit - rechtlich

EN 15567, Erca-Standards und andere Sicherheitsstandards und -normen

HSG Trainer arbeitet alleine oder zu zweit - rechtlich

Beitragvon hgumpold » Mi Apr 14, 2010 2:22 pm

Ich habe eine rechtliche Frage:
1. Ist es vor dem Gesetz in Ordnung wenn der HSG Trainer im Adventure Park eine Gruppe von 7-8 Personen alleine (ohne Co Trainer) beaufsichtigt (vorausgesetzt er hält alle anderen Standards wie Einschulung, Medical, sonstige Erklärungen, ein)?

2. Ist es gesetzlich okay dem Vater eines Kindes (Kind 10 Jahre alt) die Verantwortung zu übertragen sein Kind im Parcours zu sichern (richtig umzuhängen) - sofern er es im Einschulungsparcours, für sich und sein Kind, richtig gemacht hat?

Ich danke euch sehr für eure Antworten!
hgumpold
 

Beitragvon Philipp » Mi Apr 14, 2010 5:17 pm

Servus Harald,
ad 1: ich keine kein Gesetz - weder in Österreich noch ausserhalb, welches dazu eine Aussage macht. Die Norm (EN 15567-2) sagt, soweit ich sie kenne, nichts zum Betreuerschlüssel, sondern lediglich, nach welcher Stufe TN beaufsichtigt werden müssen. Diese Beaufsichtigung kann bei 7-8 Personen, soweit nicht die meisten davon unter 8 Jahren sind, erfüllt werden. Bei Kindern unter 8 muss gewährlsietet sein, dass physisch eingegriffen werden kann. Die Norm erlaubt es daher theoretisch, dass endlos viele 9 jährige im Sichtfeld und Rufweite eines Trainers in unbegrenzter Höhe für ihr eigenes Leben verantwortlich sind. Dies ist so absurd und unzumutbar, dass in meinen Augen hier jedoch bereits wieder andere, pauschal formulierte Gesetze wie Aufsichts- und Sorgfalstpflicht greifen . Das ist jedoch nicht ausjudifiziert.
ad 2: Auch hier gibt es kein dezidiertes Gesetz, die Norm sagt zu diesem Szenario lediglich, dass die Teilnehmer innerhalb der ersten fünf Übungen "beweisen" müssen, dass sie das Sicherheitssystem verstanden haben und korrekt einsetzen. In der Praxis sind diese fünf Übungen jedoch oftmals in dem Übungsparcour - das bedeutet zumeist am Boden oder bodennah. Daher weiss der Trainer nach dem Übungsparcour lediglich, dass der TN im stressfreien Umfeld simple Handgriffe (z.B. dass immer ein Karabiner gesichert sein muss) verstanden hat - wie der TN in der Höhe agiert, wie sich der Stress der Höhe auf den jeweiligen Menschen auswirkt, kann der Trainer nicht wissen - ergo auch nicht, ob ein Erwachsener in der Höhe imstande ist, einer Aufsicht nachzukommen. Der TN selbst, insb. wenn er noch nie in der Höhe war - kann nicht wissen, was ihn in der Höhe erwartet, der Blick von unten nach oben verursacht kaum Stress. Der Trainer, der tagtäglich damit konfrontiert ist, natürlich schon. Dieser Fall ist ebenfalls nicht ausjudifiziert und es steht in den Sternen, ob ein(e) RichterIn diese Argumentationskette verfolgen oder eine ganz andere Richtung einschlagen würde.
Liebe Grüße,
Philipp
Philipp
 

rechtlich oder verantwortlich?!

Beitragvon feinklettern » So Jul 18, 2010 11:56 am

Moin die Gärtner,

ich denke das die Frage des Betreuungsschlüssels keine Frage des Rechts, sondern eine Frage der Verantwortung ist. Schon mal was vom 4-Augen-Prinzip gehört? Hier gehts doch versteckt schon wieder um Geld. Ja Personal kostet. Wenn ein HSG nicht genug Geld abwirft, dann muss man mal die Werbetrommel schlagen oder seinen Businessplan überarbeiten. An guten Tagen wird eben auch immer das Geld für schlechte Tage verdient ;)
Und Spitzen bzw. Schlechtwettertage lassen sich prima mit Springern regeln.

Letzten Montag bin ich fälschlicher Weise davon ausgegangen, dass ich mit einem Springer klar komme. Ha Pustekuchen. Gab Gäste die mussten eine Stunde warten, weil nicht genug Trainer auf dem Platz waren. Das ist dann so und die haben gern gewartet.

Habe das schon an anderer Stelle dieses Forums geschrieben: Es würde mich freuen, wenn Gärtner (Trainer und Management) von sich wenigstens die gleiche Eigenverantwortlichkeit abverlangen, die sie von den Gästen einfordern.

Liebe Grüße

Jörn
feinklettern
 


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